Gesundheitsdaten im Netz
Veranstaltung zum 4. Europäischen Datenschutztag am 28. Januar 2010
Gesundheitsdaten im Netz – Zu Risiken und Nebenwirkungen für das Persönlichkeitsrecht der Patienten
Auf Initiative des Europarates wird jährlich am 28. Januar der Europäische Datenschutztag begangen. An diesem Datum im Jahr 1981 wurde mit der Unterzeichnung der Europaratskonvention 108 begonnen, mit der sich die unterzeichnenden Staaten verpflichten, für die Achtung der Rechte und Grundfreiheiten, insbesondere des Persönlichkeitsrechts bei der automatisierten Datenverarbeitung Sorge zu tragen.
Aus Anlass des 4. Europäischen Datenschutztages fand am 28. Januar 2010 die zentrale Veranstaltung der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder zum Thema “Gesundheitsdaten im Netz” in Berlin (Hufeland-Hörsaal der Charité) statt.Elektronische Gesundheitskarte, Telematik-Infrastruktur, Online-Gesundheitsakten, elektronische Fallakten, Ärzteportale, Telemedizin: Die Techniken für den Austausch medizinischer Informationen über Datennetze nehmen konkrete Gestalt an. Doch kann ich dem unpersönlichen und undurchschaubaren System der elektronischen Gesundheitskarte meine sensibelsten Daten anvertrauen? Was geschieht mit medizinischen Daten, die ich bei privaten Internetdiensten ablege? Können Unbefugte Blutwerte, die elektronisch an meinen Arzt übertragen werden, mitlesen? Entgleiten den Patienten in der schönen neuen Welt der medizinischen Netze Übersicht und Kontrolle? Diese und weitere Fragen wurden auf der Veranstaltung diskutiert.
Der Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Dr. Franz-Joseph Bartmann, setzte sich in seinem Impulsreferat kritisch mit der neuen Telematik-Infrastruktur auseinander. Aus Sicht der Ärzteschaft müssen wieder die medizinischen Anwendungen in den Fokus genommen werden, die der Patientenversorgung dienen.
Dr. Stefan Etgeton vom Verbraucherzentrale Bundesverband rückte die Sicht des Verbrauchers in den Mittelpunkt: Dreh- und Angelpunkt ist die Freiwilligkeit bei der Beteiligung der Patienten. Unterschiedliche Nutzerbedürfnisse sind bei der Technikgestaltung zu berücksichtigen.
In einer Podiumsdiskussion kamen weitere Experten aus Medizin, Wissenschaft und dem Datenschutz zu Wort.



