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Berliner Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit

Presseübersicht

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Das privacy & information magazine “prima” wird vom Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit zusammengestellt und herausgegeben. Die regelmäßigen Ausgaben enthalten eine Übersicht von ausgewählten Berichten der Berliner und überregionalen Presse.

Ausgabe vom 12. Mai 2010

12.05.2010

INTERNATIONAL

“Programmierfehler / Sicherheitslücke bei Facebook

Das soziale Netzwerk hatte bis vor kurzem eine weitreichende Sicherheitslücke, durch die die vierhundert Millionen Nutzer die Chats ihrer Freunde sehen konnten. Diese privaten Unterhaltungen sollen eigentlich nur für die beiden Beteiligten sichtbar sein. ...Das Problem war offensichtlich so ernsthaft, das Facebooks Techniker die Chat-Funktion zunächst komplett deaktivierten, bevor es ihnen gelang, den Fehler zu beheben, wie das amerikanische Unternehmen daraufhin mitteilte. ...” FAZ 12.5.10 S. 36

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DEUTSCHLAND

“Skepsis über ‘Datenschutzbrief’ / Ministerin befürchtet Bürokratie statt Transparenz

Ein ‘Datenbrief’, in dem Bürger einmal jährlich von Unternehmen und Behörden über die dort über sie gespeicherten Angaben informiert werden, rückt in weite Ferne. Das Anliegen sei zwar ‘absolut wünschenswert’, sagte der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar auf dem 11. Datenschutzkongress in Berlin, doch unter praktischen Gesichtspunkten schaffe das Projekt riesige Probleme. Der Vorschlag sei nicht zu Ende gedacht, befand Schaar: ‘Wie kann man denn dann die Daten wieder einfangen, wenn sie irgendwo herumfliegen?’ ...” FAZ 12.5.10 S. 23

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“Vorsicht mit sensiblen Daten / Worauf müssen Unternehmen bei der Weitergabe von Daten an Unterauftragnehmer achten? [Nachgefragt bei Rechtsanwalt Jochen Lehmann]

...Der Gesetzgeber hat im vergangenen Jahr die Anforderungen an die notwendige Vereinbarung mit dem Auftragnehmer verschärft: Eine wirksame Vereinbarung muss zehn (zum Teil komplexe) Sachverhalte regeln – auch den technischen und organisatorischen Schutz von Daten. Deren Weitergabe an einen Unterauftragnehmer ist nur mit Zustimmung des Auftraggebers möglich. ...” FAZ 12.5.10 S. 23

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“Briefe per Internet: Post sucht neue Wege zum Kunden

...Weil immer mehr Korrespondenz nicht in Briefkästen landet, sondern über das Internet läuft, kontert der gelbe Riese nun mit dem ‘Online-Brief’. Personalisierte Massensendungen von Banken, Versicherungen oder Behörden will die Post als datengeschützte E-Mail an deren Endkunden weiterleiten. Empfänger, denen ein Internetanschluss fehlt, erhalten ihre Mitteilungen weiter in Papierform – erstellt von der Post. ...” HB 12.5.10 S. 21

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“Sicherheit für Geldtransfers via Handy / Weil weniger Geld gedruckt wird, baut Giesecke & Devrient ein drittes Geschäftsfeld auf

...G&D will heikle Transaktionen per Handy, wie den Geldverkehr, sicher und damit massenmarkttauglich machen. ‘Wir bauen die Tresore im Hintergrund der App-Stores’, beschrieb der Firmenchef die geplante Nischenrolle im Zusammenspiel mit Großkonzernen. ...” BerlZtg 12.5.10 S. 12

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“Ratgeberin / Meine Tochter fordert mehr Privatsphäre [Dr. Heidemarie Arnhold, Pädagogin und Vorsitzende des Arbeitskreises Neue Erziehung]

...Julias Bedürfnis nach einer größeren Intimsphäre ist verständlich: Sie entwickelt sich immer stärker zu einer eigenen Persönlichkeit – mit allen Hochs und Tiefs, die mit der schwierigen Zeit der Pubertät einhergehen. ...Versuchen Sie, den wachsenden Wunsch nach Privatsphäre von Julia zu respektieren: Sie muss zum Beispiel Telefonate so führen können, dass Sie nicht zuhören können. Julias Tagebuch, ihre E-Mails oder ihre SMS-Kommunikation sind tabu. ...” MoPo 12.5.10 S. 19

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“Jugend im Netz / Sexualmediziner Beier sieht starke Bedrohung [Interview]

...Spüren Sie den Internet-Effekt in der Praxis bei Ihren Pädophilie-Präventionsprojekten? ...Seit etwa fünf Jahren beobachten wie einen starken Anstieg der Verbreitung entsprechender Missbrauchsabbildungen. Das liegt vor allem an den File-Sharing-Systemen, mit denen die Beteiligten untereinander Bilder und Filme austauschen können. Aus meiner Sicht senkt das die kritische Selbstwahrnehmung, weil man sich gegenseitig im Tun bestärkt. ...” FR 12.5.10 S. 15

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“Klage gegen Staatsanwälte / Strafverteidiger ärgern sich über PR-Arbeit der Ermittler

...Denn die zunehmend offensive Öffentlichkeitsarbeit der Anklagebehörden stößt bei Strafverteidigern wie bei Medienrechtlern zunehmend auf Kritik – zuletzt im Zusammenhang mit dem Vergewaltigungsvorwurf gegen den TV-Wettermoderator Jörg Kachelmann, davor bei Kinderporno-Ermittlungen gegen den früheren Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss. Auch die spektakuläre Festnahme der No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa – die einen Mann beim ungeschützten Sex mit dem HI-Virus angesteckt haben soll – schien ein Beleg für die schwindende Zurückhaltung der Staatsanwälte zu sein. ...” SZ 12.5.10 S. 1

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“Berichterstattung über Kachelmann vor Gericht

Am heutigen Mittwoch beginnt vor dem Landgericht Köln das erste von zehn Verfahren vor der 28. Zivilkammer, in denen es um die Persönlichkeitsrechte des ARD-Moderators Jörg Kachelmann geht: Die Fälle könnten in der Berichterstattung über spektakuläre Ermittlungsverfahren neue Grenzen setzen. ...Die Pressekammer des Kölner Landgerichts hatte gegen diverse Veröffentlichungen einstweilige Verfügungen erlassen. In ihnen wurde die Berichterstattung über Details aus den Ermittlungsakten untersagt. ...” BerlZtg 12.5.10 S. 33

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LÄNDER

Bayern

“Mieter mit versteckten Kameras im Bad gefilmt

Ein Hausbesitzer in Freiburg soll seine Mieter jahrelang mit versteckten Kameras gefilmt haben. Ein 53 Jahre alter Mann stehe im Verdacht, Kameras in den Badezimmern installiert zu haben, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Der Mann habe seine Mieter beobachtet und auf Video aufgenommen. ...[dpa]” FR 12.5.10 S. 47