Presseübersicht

Ausgabe vom 4. August
04.08.2010INTERNATIONAL
“Peking macht bei Google ernst
... Nach dem Zensurstreit mit Google hat China offenbar damit begonnen, Hongkonger Internetseiten des US-Konzerns zu blockieren. Internetnutzer in China hatten am Dienstag keinen Zugang zu einer Hongkonger Google-Seite, auf der zuletzt Themen wie das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 angesprochen wurden.” SZ 4.8.10 S. 17
*“Deutsche hoffen auf Einigung im Blackberry-Streit mit den Scheichs
... Die Vereinigten Arabischen Emirate stören sich daran, dass sie keine Kontrolle über den Datenverkehr des Blackberrys haben. Das geschlossene E-Mail-System der Geräte ist einer der Hauptgründe für die Popularität dieser Smartphones, vor allem in der Geschäftswelt.” WELT 4.8.10 S. 10
*“Willst du mein Facebook-Verkehrssünder sein? / Das Chaos auf Neu-Delhis Straßen wird jetzt digital bekämpft: mit Beweisvideos von Straftaten im Internet
... Bisher zählt die Seite 17 632 Freunde. Mithilfe der digitalen Informanten stellte die Polizei schon 665 Strafzettel aus. ‘Die Verkehrssünder konnten über die Nummernschilder auf den Fotos ausfindig gemacht werden’, sagte der delhische Verkehrsbeauftragte Satyendra Garg der ‘New York Times’.” WELT 4.8.10 S. 8
*EUROPA
“Geheimagenten unfreiwillig enttarnt / TSCHECHIEN / Militärgeheimdienst verrät seine Spitzel. Versehen und Kommunikationsprobleme, heißt es
... Die Forscher des Ustra hatten zwecks Veröffentlichung um eine Liste von Geheimagenten gebeten, die vor dem Ende des Sozialismus in der Tschechoslowakei 1989 für die Armee gespitzelt hatten. Prompt übergab der Geheimdienst eine Liste mit 380 Namen, die sofort auf der Website der Ustra veröffentlicht wurden. Allerdings beinhaltete die Liste auch Namen von Agenten, die nach 1989 für den militärischen Geheimdienst arbeiteten.” taz 4.8.10 S. 10
*DEUTSCHLAND
“Ministerien testen anonyme Bewerbungen
... Im kommenden Herbst soll hierzu ein Pilotprojekt des [Bundesfamilien-]Ministeriums zusammen mit fünf großen Unternehmen und dem nordrhein-westfälischen Integrationsministerium beginnen, hieß es am Dienstag aus der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, die im Familienministerium angesiedelt ist. Stellenbewerber sollen demnach auf Angaben wie Name, Alter, Geschlecht oder Religion verzichten.” SZ 4.8.10 S. 1
“Name unbekannt / Familienministerium führt die anonyme Bewerbung ein / An Pilotprojekt nehmen auch fünf Firmen teil
... Für Online-Bewerbungen wird eine entsprechende Maske entwickelt. ‘Die Personaler erhalten ausschließlich Informationen über die Qualifikation’, sagt Christine Lüders, Leiterin der ADS [Antidiskriminierungsstelle]. Durch das Verfahren sollen vor allem Bewerber mit Migrationshintergrund, aber auch Frauen mit Kindern oder ältere Menschen ihre Chancen auf eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhöhen.” FR 4.8.10 S. 16
*“Tägliche Leerung ist Pflicht / Kritik am neuen E-Postbrief der Deutschen Post
... ‘Ungeheuerlich’ nennt Strafverteidiger Vetter überdies die Klausel, dass Daten nach ihrer Löschung durch den Nutzer ‘gegebenenfalls zunächst nur gesperrt und dann erst mit zeitlicher Verzögerung endgültig gelöscht werden’. Dabei handele es sich aber lediglich um einige Minuten, rechtfertigt die Post diese Klausel; technisch sei das unvermeidlich, um auch die nötigen Sicherungskopien endgültig vernichten zu können. Argwöhnisch betrachten Spam-geplagte Mail-Nutzer ferner, dass die Post mit den Adressen der registrierten Nutzer Handel treiben dürfe.” FAZ 4.8.10 S. 10
*”’Durch solche medialen Darstellungen entsteht Hass’ / ... Der Duisburger Medienethiker Christian Schicha kritisiert die Loveparade-Berichterstattung
... Warum wurden Bilder wie diese abgebildet? Sie sollten personalisieren, damit man sich identifiziert und empathisch ist. Das ist natürlich in gewissem Maße auch legitim, aber man muss ja nicht zwingend den vollen Vor- und Zunamen und das authentische Bild verwenden. ... Ein zusätzliches Problem sind die Bilder, die von Beteiligten selbst gemacht wurden und ins Internet gestellt werden.” taz 4.8.10 S. 6
*“Zwischen Rufmord und Vertuschung / Immer mehr Missbrauchsfälle werden bekannt – umstritten ist, ob die Öffentlichkeit über jeden Vorwurf informiert werden muss
... Man müsse genau abwägen zwischen Opferschutz und den Persönlichkeitsrechten des Beschuldigten. Für [Kirchensprecher] Kärst steht fest: ‘Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, informiert zu werden – aber nicht über jeden Vorwurf vom ersten Tag an’.” Tsp 4.8.10 S. 4
*LÄNDER
SCHLESWIG-HOLSTEIN
“Die Gefahren beim Cloud Computing
... Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) sieht nicht nur beim Outsourcing sensibler Daten Probleme mit dem Datenschutz, sondern auch bei der Sicherheit der Server, auf denen diese Dokumente abgelegt werden: ‘Es geht um das Unterbinden unberechtigter und schädigender Zugriffe Dritter.’ Die Verantwortlichkeit für spezifische Sicherheitsmaßnahmen müsse eindeutig zugewiesen werden.” BK Digitrend 4.8.10 S. 2


