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Berliner Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit

Presseübersicht

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Das privacy & information magazine “prima” wird vom Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit zusammengestellt und herausgegeben. Die regelmäßigen Ausgaben enthalten eine Übersicht von ausgewählten Berichten der Berliner und überregionalen Presse.

Ausgabe vom 11. Mai 2011

11.05.2011

DEUTSCHLAND

“Datendiebstahl an Geldautomaten nimmt zu / BKA: 2010 rund 190 000 Kartenkunden betroffen

... Geheimzahlen von Geldkarten werden dabei häufig mit Minikameras ausgespäht. Die Täter installieren sie laut BKA direkt oberhalb der PIN-Tastatur des Bankautomaten oder in der Raumdecke, versteckt etwa in Rauchmelderattrappen. Alternativ nutzen Betrüger demnach auch Tastatur-Attrappen, die über die Originaltastatur gelegt werden. Die Kartendaten wiederum werden durch aufgesetzte Lesegeräte an den Kartenschlitzen der Geldautomaten ausspioniert. ...” [AFP] ND 11.5.11 S. 5

“Tatort Geldautomat

... Der Datenklau an Geldautomaten hat drastisch zugenommen. Allein bei EC-Karten verursachten Betrüger im vergangenen Jahr in Deutschland einen Schaden von schätzungsweise 60 Millionen Euro. ... Nach Angaben von BKA-Präsident Jörg Ziercke wurden etwa 190 000 Kartenkunden Opfer von sogenannten Skimming-Delikten. ...” Tsp 11.5.11 S. 15

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“Karten-Gangster suchen sich neue Ziele / Auch Fahrkartenautomaten auf Bahnhöfen manipuliert. Attacken auf Banken nach Rekord wieder rückläufig

... Am Düsseldorfer Hauptbahnhof manipulierten Kriminelle vor rund zwei Monaten einen Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn und fischten Kartendaten und Geheimnummern ab. Seit Jahren ist diese Technik, das sogenannte Skimming, von Geldautomaten her bekannt. Doch nie zuvor waren Ticket-Maschinen im Visier der Karten-Kriminellen. ...” Die Welt 11.5.11 S. 15

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“Das große Spannungsfeld / Bei einer Tagung “Persönlichkeitsschutz und Internet” treten die Netz-Optimisten gegen die Netz-Pessimisten an

... Bei einer Tagung zum Thema “Persönlichkeitsschutz und Internet” krönte der für den Spick-mich-Fall zuständige Verfassungsrichter Johannes Masing die Diskussion mit einer klaren Stellungnahme: Das Grundrecht der Meinungsfreiheit erlaube “auch irrationale, polemische, subjektive und unfaire Äußerungen”, die Grenze liege bei der “Ehrabschneiderei” – und das müsse auch für Bewertungsplattformen gelten. Masing schloss die Notwendigkeit einer Regulierung solcher Portale nicht aus, billigte aber die Linie des BGH, dass anonyme Bewertungen bis zu einem gewissen Grad ertragen werden müssten. ...” SZ 11.5.11 S. 15

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“Online-Zensus ist mit Sicherheit unsicher / VOLKSZÄHLUNG / Beim Zensus 2011 tritt online die erste Sicherheitslücke auf. Hacker könnten Daten klauen

... Wer beim Zensus nicht mündlich befragt werden oder den Fragebogen selbst ausfüllen und den Behörden schicken möchte, kann seine Antworten auch online geben. Doch das ist – trotz aller gegenteiliger Beteuerungen der Verantwortlichen – unsicher, warnt der Computerexperte Jan Schejbal. Er hat nachgewiesen, dass die Webseite zur Volkszählung schwerwiegende Mängel aufweist. ...” taz 11.5.11 S. 8

“Vorsicht vor falschen Volkszählern! / ... Was sollte man über die Zensus-Interviewer wissen?

  • Die Erhebungsbeauftragten (Interviewer) kündigen sich bei den ausgewählten Anschriften zu einem konkreten Termin an. Keiner der ausgewählten Haushalte erhält unangemeldeten Besuch.
  • Die Interviewer rufen niemals an, um Daten abzufragen oder einen Termin abzustimmen. ...
  • Die ‘echten’ Interviewer stellen in dem etwa 15 bis 30 Minuten dauernden Gespräch niemals Fragen zu Bank- oder Kontoverbindungen. Sie verlangen auch keine Unterschriften. ...”

ND-Ratgeber 11.5.11 S. 8

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“Zwist in der Stasi-Unterlagen-Behörde / Rücktrittsforderungen an Beiratsvorsitzenden Richard Schröder – Politische Debatte um Mitarbeiter mit Geheimdienstvergangenheit

... Der evangelische Theologe Schröder, 1990 Fraktionsvorsitzender der SPD in der frei gewählten DDR-Volkskammer, hatte zuvor [dem Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Roland] Jahn per Zeitungsinterview aufgefordert, bei seiner Arbeit nicht allein die Perspektive der Opfer des SED-Regimes einzunehmen: ‘Dass die Perspektive der Opfer das letzte Wort hat, ist nicht in Ordnung.’ ... Hintergrund der Äußerung: Jahn will knapp 50 Stasi-belastete Mitarbeiter in seiner Behörde zu anderen Dienststellen versetzen. Während die Bundesregierung diesen Plan unterstützt, stößt er bei Schröder auf Ablehnung. ...” Die Welt 11.5.11 S. 6

“Einseitig geht nichts / Jahns Kampf gegen Ex-Stasileute polarisiert

... Tatsächlich sind Versetzungen in andere Behörden ‘nicht einfach zu bewältigen’, wie ein Sprecher von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sagte. Auch das Bundesinnenministerium erläuterte, es gehe im Wesentlichen um die Frage der Bereitschaft anderer Behörden, Personal zu übernehmen …” Tsp 11.5.11 S. 4

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“Union und SPD für mehr Transparenz bei Nebeneinkünften

... Union und SPD wollen bei der künftigen Auskunftspflicht der Bundestagsabgeordneten über ihre Nebeneinkünfte auch bei kleineren Beträgen Transparenz schaffen. Die Summe von 10 000 Euro, bis zu der Nebeneinkünfte nicht angegeben werden müssen, sei als jährliche Gesamtsumme gedacht, sagte Unions-Parlamentsgeschäftsführer Peter Altmaier am Dienstag. ...” [AFP] ND 11.5.11 S. 4

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LÄNDER

Hessen

“Wer ließ die Akten liegen? / Nach FR-Bericht ermittelt der Staatsanwalt in der Tannenwaldklinik Bad Schwalbach

... Der Frankfurter Rundschau waren Krankenakten von 24 Patienten der psychosomatischen Klinik für Rehabilitation in Bad Schwalbach zugespielt worden, die unter die ärztliche Schweigepflicht fallen – mit Namen, Geburtsdaten, Adressen. Ein Unbekannter hatte sie in einem offen stehenden Schrank gefunden und mitgenommen. ... Die Unterlagen müssen im Zuge des Insolvenzverfahrens im Jahr 2004 in den Räumen vergessen worden sein …” FR-Rhein-Main-Teil 11.5.11 S. D6

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Berlin

“Welche Drogen konsumieren Sie? / Zum Beginn der Volksbefragung gibt es gefälschte Fragebögen – die aber ziemlich echt aussehen

... Doch die Fragebögen, die ohne Briefumschläge eingeworfen werden, haben es in sich: Nach ein paar unverfänglichen Fragen zur Person geht es bald um sehr private Themen. ‘Welche Drogen konsumieren Sie?’, lautet beispielsweise eine dieser Fragen, ... ‘So etwas erfragen wir beim Zensus nicht’, sagt Klaus Voy, der beim Amt für Statistik Berlin-Brandenburg für das Projekt Zensus 2011 zuständig ist. ... Außerdem, so Voy, werde der Fragebogen beim Zensus nicht unangekündigt in den Briefkasten geworfen. ‘Wir haben extra Erhebungsbeauftragte’, sagt Voy, ‘Diese kündigen sich durch eine Postkarte an und übergeben die Fragen später persönlich an den Befragten.’ ” ... BerlZtg 11.5.11 S. 1