Presseübersicht

Ausgabe vom 2. Mai 2011
02.05.2011INTERNATIONAL
“Sony bietet betroffenen Kunden Entschädigungen an / Der Vorstand des Konzerns entschuldigt sich, das FBI ist eingeschaltet, die Playstation soll bald wieder am Netz sein. Der Diebstahl von 77 Millionen Kundendaten aber deutete sich an. Denn die Lücke im System war bekannt.
... im Februar… schon hatten Hacker unter Decknamen auf Sicherheitsmängel in der Playstation-Plattform aufmerksam gemacht. ... Allerdings informierten sie Sony darüber nicht. Das hat einen Grund: Waren doch in Amerika unter dem Gesetz zur Verhinderung des Missbrauchs von Computertechnik in der Vergangenheit Hacker schon für das bloße Benennen von Systemlücken zu Gefängnisstrafen verurteilt worden, obwohl sie gefundene Fehler nie ausgenutzt hatten. ...” FAZ 2.5.11 S. 14
“Sony sagt Sorry / Gratisspiele und bessere Sicherheitsstandards sollen die Kunden besänftigen
... Zur Aufklärung des Hackerangriffs schaltete Sony die amerikanische Ermittlungsbehörde FBI ein, wie [der für Videospiele zuständige Sony-Vertreter Kazuo] Hirai sagte. Er betonte aber, man habe weiter keinen Hinweis darauf, dass bei dem Hackerangriff Kreditkartendaten gestohlen worden seien. Offengelegen hätten Namen, Adressen, E-Mail-Adressen und Geburtsdaten sowie Passwörter und Logins der Nutzer. ...” [dpa] Tsp 2.5.11 S. 16
“Ein Leck, so groß wie die Welt / Was heißt da Privatsphäre, wo ist das Geheimnis? Wer sich in digitalen Netzen bewegt, liefert Daten aus [Kommentar von Johannes Boie]
... Vor allem aber, und daran führt kein Weg vorbei, muss sich bei Nutzern und Kunden selbst etwas ändern. Es fehlt an Bildung und Sensibilisierung, und dies kann nicht durch einen an der Volkshochschule erworbenen ‘Computerfahrschein’ geändert werden. Stattdessen muss ein grundlegendes technisches und intellektuelles Verständnis von den Geräten, die nahezu jeder Mensch täglich verwendet, geschaffen werden. ...” SZ 2.5.11 S. 11
*DEUTSCHLAND
“Der Kampf gegen den Terrorismus entzweit / Nach einem vereitelten Anschlag mutmaßlicher Terroristen sind sich die Regierungsparteien uneinig über die weitere sicherheitspolitische Strategie
... Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) plädierte sofort für die ungeprüfte Verlängerung der Anti-Terror-Gesetze, die nach den Anschlägen vom 11. September 2001 verabschiedet worden waren. ... Einer Regierungsvereinbarung zufolge sollten diese Gesetze bis Ende 2011 evaluiert und dann gegebenenfalls aufgehoben werden. ...” HB 2.5.11 S. 12/13
“Die Minister-Friedrich-Pauschale / Bisher waren Anti-Terror-Gesetze befristet, der Innenminister will sie pauschal unbefristet verlängern [Kommentar von Heribert Prantl]
... Die geplante allgemeine Entfristung bedeutet …: Aus einem Ausnahmerecht, das nach den Anschlägen 2001 in höchster Not und in höchster Eile verabschiedet wurde, wird ein Alltagsrecht. Aus Ausnahmen werden Regeln, aus Regeln wird Gewohnheit; die Trennung zwischen Geheimdienst und Polizei wird endgültig aufgehoben. ...” SZ 2.5.11 S. 4
*“Verbindung unterbrochen / Internetaktivisten sind enttäuscht vom neuen Innenminister Friedrich
... Bei seiner Vorstellung vor dem Innenausschuss des Bundestages hat Friedrich … Kontinuität zugesagt. Doch nun ist die Vorratsdatenspeicherung wieder auf die Tagesordnung gerückt. ... Viele … Initiativen sind ins Stocken geraten. Das ‘Rote-Linie-Gesetz’? ‘Die Reflexionsphase läuft noch’... Die Stiftung Datenschutz ist noch unfertig. ...” Tsp 2.5.11 S. 4
*“Einladung vom Statistikamt / Jeder zehnte Haushalt erhält jetzt eine Interviewanfrage zum Zensus. Die Volkszählung startet am 9. Mai
... Weil die Daten so wichtig sind, besteht eine Auskunftspflicht. Allerdings muss niemand den Interviewer in die Wohnung lassen, sondern kann den Fragebogen auch alleine ausfüllen und zurückschicken. Wird die Aufforderung aber ignoriert, drohen Bußgelder ab 200 Euro. ...” Welt 2.5.11 S. 5
*“Verdi: Schlecker führt Kündigungslisten
...von Beschäftigten, berichtet das Magazin Spiegel. Personaldirektor Michael Strisciulli habe die 20 Seiten umfassende Liste bereits im Oktober 2009 verfassen lassen. Darin enthalten sind Namen von Dutzenden missliebigen Mitarbeiterinnen im gesamten Bundesgebiet.” BerlZtg 2.5.11 S. 10
*LÄNDER
Berlin
”’Wir brauchen im Netz ein Recht auf Vergessen’ / Alexander Dix über soziale Netzwerke, die Gefahren der Vorratsdatenspeicherung und das Recht, unbeobachtet zu sein [Interview]
Seit sechs Jahren warnt Berlins Datenschutzbeauftragter vor zu viel Vertrauen gegenüber Google, Apple und Facebook. Er fordert Konzepte vom Staat, um das Recht auf Vergessen auch im Cyberspace zu realisieren. ...” Welt 2.5.11 S. 30


