Presseübersicht

Ausgabe vom 30. September 2011
30.09.2011INTERNATIONAL
“Privater Albtraum / Facebooks ‘Open Graph’ irritiert auch in Amerika
... Während Europäer sogleich begannen, in ‘Open Graph’ auch ein kaum mehr kontrollierbares Überwachungsmedium zu sehen, brauchten die Amerikaner etwas länger, um eine entsprechende Skepsis zu entwickeln. ... Marc Rotenberg, der Direktor des EPIC [Electronic Privacy Information Center], der nicht zum ersten Mal als Kritiker von Facebook auftritt, bekannte zudem, selbst als Spezialist für Privatsphärenschutz nur schwer die Auswirkungen von ‘Open Graph’ bewerten zu können. ...” FAZ 30.9.11 S. 39
*“Das Blinzeln des Adlers [von Constanze Kurz]
... Gaddafi hatte es längst, in Syrien wurde es jetzt rasch installiert: Das DPI-System wird in Diktaturen als digitale Waffe im Kampf gegen die Opposition benutzt. Gebaut und verkauft wird die Technik zumeist von westlichen Firmen. ... Es wird in die Internetleitung, die ein kleines Land oder eine größere Stadt versorgt, eingeschleift, um den gemeinsamen Datenstrom von Hunderttausenden Benutzern der großen Glasfaserleitungen, mit denen Internetanbieter untereinander kommunizieren, systematisch zu durchsuchen. ...” FAZ 30.9.11. S. 36
*EUROPA
“Das Recht, vergessen zu werden
Was mit den persönlichen Daten geschehen darf und welche Rechte der Einzelne daran hat, regelt auf europäischer Ebene die ‘Richtlinie 95/46 EG zum Schutz natürlicher Personen bei der Verbreitung personenbezogener Daten und zum freien Datenverkehr’ oder kurz die Europäische Datenschutzrichtlinie. ... ‘Viele Bestimmungen widersprechen sich in den einzelnen Ländern’, sagte EU-Kommissarin Viviane Reding in einem Interview mit der ‘Zeit’. ‘Wir brauchen in der Tat ein neues, modernes und einheitliches Datenschutzrecht für Europa. ...” Tsp 30.9.11 S. 30
*DEUTSCHLAND
“Datenschützer: Anti-Terror-Gesetze prüfen
Die Datenschützer von Bund und Ländern dringen auf eine unabhängige wissenschaftliche Bewertung der Anti-Terror-Gesetze, deren Verlängerung im Bundestag ansteht. Die Auswirkungen der nach den Anschlägen vom 11. September 2001 erlassenen Sicherheitsgesetze müssten ‘endlich kritisch überprüft werden’, heißt es in einer am Donnerstag zum Abschluss der Konferenz der Datenschutzbeauftragten in München veröffentlichen Entschließung.” [dapd] FR 30.9.11 S. 5
“Datenschützer attackieren Facebook
... Die Datenschutzbeauftragten von Bund und Ländern forderten am Donnerstag auf ihrer Konferenz in München die Anbieter von sozialen Netzwerken auf, sich dem europäischen Datenschutzrecht unterzuordnen. ... Die Datenschützer riefen außerdem alle öffentlichen Stellen dazu auf, beispielsweise den ‘Gefällt mir’-Knopf von Facebook nicht in ihre eigenen Internetseiten einzubinden. ...” FAZ 30.9.11 S. 14
” Datenschützer stützen ihren Kollegen in der Handy-Affäre / ... Richter greifen den Datenschutzbeauftragten Sachsens an
... Die Datenschutzbeauftragten [des Bundes und der Länder] verteidigten ihren sächsischen Kollegen gegenüber den Vorwürfen vonseiten der Richter. ‘Der sächsische Datenschutzbeauftragte hat sich einer Bewertung der richterlichen Anordnung in diesem Fall völlig enthalten’, sagte [der bayerische Landesbeauftragte für DatenschutzThomas] Petri. ... ” taz 30.9.11 S. 6
*“Auf dem Weg zur Entscheidungslösung / Ja – Nein – Vielleicht später: Ein Vermerk auf der neuen Gesundheitskarte könnte die Organspende erleichtern [von Peter-Philipp Schmitt]
... Während die medizinischen Daten auf einer Gesundheitskarte ein Arzt mit seinem Kartenlesegerät in Verbindung mit seinem elektronischen Heilberufsausweis nur mit Hilfe eines PIN-Codes des Versicherten, also mit ihm zusammen und damit nicht ohne seine Zustimmung abfragen kann, ist für den Notfalldatensatz keine PIN des Patienten notwendig. Schließlich soll er in einem Ernstfall zum Einsatz kommen, wenn der Kartenbesitzer selbst nicht mehr in der Lage ist, Auskünfte zu geben. ...” FAZ 30.9.11 S. 4
“Gespeichert
... Ohne erkennbaren zusätzlichen Wert werden bald die ersten sieben Millionen Karten ausgegeben – Abermillionen werden folgen. Und für eine Überganszeit ist die Gefahr groß, dass alte Karten nicht zerstört oder abgegeben, sondern betrügerisch genutzt werden. ...” FAZ 30.9.11 S. 10
*“Vier Ziffern gegen das Vergessen / Auch Volks- und Raiffeisenbanken setzen künftig auf freie PIN-Wahl bei Geldkarten aller Art
... ‘Es hat absolut negative Auswirkungen auf die Sicherheit, wenn Kunden vermehrt einfach zu erratende Kombinationen wie 1111 oder auch 4711 wählen’, sagt Annabel Oelmann, Expertin für Finanzdienstleistungen der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. ... Dem Vorwurf der Verbraucherschützer, diese PINs könnten leichter zu durchschauen sein, halten sie entgegen, dass frei wählbare Geheimzahlen häufiger gewechselt werden können. ...” WELT 30.9.11 S. 15
*“Behörden kommen im Netz schlecht an / Deutsche nutzen Online-Dienste der Ämter vergleichsweise wenig
... Neben gewissen Hemmschwellen, die unerfahrenen Nutzern im Wege stehen, ist die Angst vor Datendiebstahl ein weiteres Hindernis. Über die Hälfte der deutschen Onliner trauen sich nicht an Internetdienste der Behörden, da sie befürchten, ihre Daten seien nicht sicher. ...” MoPo 30.9.11 S. 6


