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Berliner Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit

Presseübersicht

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Das privacy & information magazine “prima” wird vom Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit zusammengestellt und herausgegeben. Die regelmäßigen Ausgaben enthalten eine Übersicht von ausgewählten Berichten der Berliner und überregionalen Presse.

Ausgabe vom 3. Juli 2012

03.07.2012

INTERNATIONAL / EUROPA

“Foursquare verspricht Nutzen jenseits der Spielerei / Mitgründer Dennis Crowley hat das soziale Netzwerk radikal umgebaut. Auf der Suche nach Ertragsquellen degradiert er nun das “Einchecken” zum Rohmaterial. Empfehlungen sollen die Zukunft sichern.

... Foursquare geht mit der Verwertung von Daten seiner Mitglieder in eine ähnliche Richtung, noch dazu mit sensiblen Informationen wie dem Aufenthaltsort. ... Crowley zeigt sich gelassen: Menschen stellten etwa persönliche Fotos ins Internet, ‘weil sie einen Nutzen darin sehen, Informationen auszutauschen’. ...” FAZ 3.7.12 S. 12

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“Mehr oder weniger / Für Apple-Nutzer ist der Einkauf im Internet manchmal teurer als für andere. Das ist kein Zufall.

... Heute versuchen die Betreiber herkömmlicher Ladengeschäfte mit Kameras und Handyüberwachung verzweifelt Schritt zu halten mit der Online-Konkurrenz. Denn die kann ihre Kundschaft mittlerweile auf Schritt und Tritt überwachen. ... Jüngster Fall: Ein amerikanisches Reiseunternehmen verlangt mehr von Kunden, wenn diese mit einem Apple-Gerät im Netz unterwegs sind. ...” SZ 3.7.12 S. 8

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“Was haben Sie gegen Facebook, Herr Morozov? / Blogs und soziale Netzwerke als Instrument der Freiheit, daran hat Evgeny Morozov lange geglaubt. Jetzt nicht mehr. Ein Gespräch mit dem Netzkritiker über die dunklen Seiten des Internets

... Wo sehen Sie den dringendsten Regulierungsbedarf im Internet?

Mich beunruhigt, wie unser Lebensstil und unser Konsumverhalten mehr und mehr von digitalen Daten-Zwischenhändlern beeinflusst werden. ... Sie wollen, dass wir künftig ihre schicken Datenbrillen tragen, die uns in jedem Moment sagen, wo wir sein müssen, wo unsere Freunde sind. ...” FR 3.7.12 S. 20-21

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DEUTSCHLAND

“Verfassungsschutzpräsident Fromm gibt Amt auf / Geheimdienstchef geht, die Fragen bleiben / Alle Parteien fordern umfassende Aufklärung darüber, warum Akten über Spitzel in der NSU-Affäre gelöscht wurden

... Abgeordnete des Ausschusses verlangen nun Einblick in die sogenannte Klarnamen-Datei des Verfassungsschutzes. ... Innenminister Friedrich sagte zu dem Wunsch nach Einsicht in die Datei: ‘Wir werden eine Regelung finden, die eine Kontrolle des Parlaments ermöglicht.’ ...” SZ 3.7.12 S. 1

“Einer für alle / Der Verfassungsschutz-Chef macht, was in seiner Lage jetzt wohl geboten ist: Er gibt sein Amt auf [Kommentar von Tanjev Schultz]

... viele Bürger halten mittlerweile alles für möglich, der Verfassungsschutz hat in den vergangenen Jahren einfach zu viel Vertrauen verspielt. ... Es ist schwer zu verstehen, warum der Geheimdienst seine Kraft darauf verschwendet, gemäßigte Politiker der Linken auszuspionieren, während er auf der anderen Seite unfähig war, drei Neonazis aus Thüringen zu finden, die sich mitten in Deutschland versteckten, zehn Menschen ermordeten und etliche Banken ausraubten. ...” SZ 3.7.12 S. 4

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“Zahlen ohne Kontakt / Telekom will mit Mastercard die digitale Geldbörse einführen

... Über die mobile Geldbörse können die Partner in Zukunft gezielt Rabatt-Aktionen und Gutscheine anbieten. ‘Wichtig ist uns allerdings, dass wir die Daten unserer Kunden nicht an die Partnerunternehmen weitergeben’, sagt Kiessling [Chief Product & Innovation Officer der Telekom]. ...” SZ 3.7.12 S. 23

” ‘Wie eine elektronische Fußfessel’

... Datenschützer warnen allerdings – insbesondere vor dem Einsatz der neuen Funkübertragungstechnik NFC. Es sei nicht sichergestellt, dass alle Daten verschlüsselt seien, sagt Rena Tangens von der Bürgerrechts- und Datenschutzorganisation Foebud. ... Zudem dürfe man nicht vergessen, dass mit bargeldlosem Zahlen die Menge der Daten, die einzelnen Personen zuzuordnen sind, erheblich steige. ...” BerlZtg 3.7.12 S. 8

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“Was sie sehen wollen / Die Telekom möchte die Fernsehgewohnheiten ihrer Entertain-Kunden aufzeichnen. Aber darf sie das auch?

... Wer an der Erhebung nicht teilnehmen will, mit der die Telekom am 16. Juli beginnen wird, könne die Funktion an seinem Media Receiver selbstständig deaktivieren. ... Kritik folgte dennoch prompt, von Thilo Wichert, dem Landesbeauftragten für Datenschutz Schleswig-Holstein. Das Vorgehen des Unternehmens, so Weichert zur SZ, sei wahrscheinlich ein Verstoß gegen das Telekommunikations-, in jedem Fall aber einer gegen das Telemediengesetz. ...” SZ 3.7.12 S. 15

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“Betrug bei Packstationen / PIN-Abfrage per E-Mail

... mit Absenderkennung des Paktedienstes DHL … . Der Empfänger wird aufgefordert, sein Passwort für die Packstation-Webseite sowie die Offline-PIN zu nennen. Die Daten landen bei Cyberkriminellen. Sie können dann Waren unter Angabe gestohlener Kreditkarteninformationen bestellen und diese an die Packstationen senden lassen, deren Zugangsdaten sie abgegriffen haben. ... Wie die Kriminellen in den Besitz tatsächlicher Postnummern gekommen sind, ist nicht bekannt. ...” FR 3.7.12 S. D8

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“Deutschland bleibt Bananenrepublik / Bundesregierung zeigt keinerlei Elan bei der Korruptionsbekämpfung

... Fest steht: Deutschland hat Nachholbedarf – etwa bei der Parteienfinanzierung. Bislang müssen nur Spenden über 10 000 Euro veröffentlicht werden. Eine Untersuchnung der unabhängigen Organisation LobbyControl hat ergeben, dass dadurch ein Großteil der Spenden intransparent bleibt. ...” ND 3.7.12 S. 5