Presseübersicht

Ausgabe vom 7. August 2012
07.08.2012INTERNATIONAL
“Wie sicher sind meine Daten im Netz? / Auch wenn Nutzer alles richtig machen, sind sie nicht geschützt
...Apple wie auch Google und Microsoft bieten Cloud-Dienste an, die möglichst viele Funktionen unter einem Passwort, einem Login-Namen vereinen. ...Die Hacker machten sich das zu Nutze: Bei einem simplen Anruf bei Apples Hotline gaben sie sich als [US-Journalist] Mat Honan aus und überredeten einen Support Mitarbeiter, entgegen aller Richtlinien Honans Passwort zu ändern. Hat ein Fremder erst einmal Zugang zu einem Mail-Account, kann er ganz einfach alle anderen Online-Aktivitäten seines Opfers kontrollieren: Fast jeder Online-Service bietet vergesslichen Nutzern an, ein Passwort per Recovery-Mail zu ändern. ...” Welt 7.8.12 S. 17
*“Angst vor der Wolke / Apple-Grüner Wozniak fürchtet Kontrollverlust über persönliche Daten
...Um beispielsweise die iCloud nutzen zu können, müssen Nutzer zunächst der Endnutzervereinbarung von Apple zustimmen. Doch damit verlieren sie die Kontrolle über ihre persönlichen Daten, meint Wozniak. ‘Je mehr wir in das Web übertragen, in die Wolke, desto weniger Kontrolle haben wir darüber.’ ...” MoPo 7.8.12 S. 1
*“Effizienter als die Polizei / Facebook macht mit bei der Verbrechensbekämpfung
...im Gegensatz zu Facebook hat die Polizei nicht das ganze Bild; private Mitteilungen und ‘verborgene’ Informationen (welche Links angeklickt und welche Seiten geöffnet werden) sind für sie unsichtbar. ...Und während die Polizei einen richterlichen Beschluss braucht, um Zugang zu privaten Daten zu haben, kann Facebook die Daten seiner Nutzer jederzeit einsehen. ...” FAZ 7.8.12 S. 32
*DEUTSCHLAND
“De Maizière ruft zu Besonnenheit auf / Verteidigungsminister warnt vor Schnüffelei im Privatleben von Olympia-Athleten
...Angesichts des öffentlichen Umgangs mit dem Fall der 23-jährigen Athletin [Nadja Drygalla] gab sich der Verteidigungsminister am Montag nachdenklich. ‘Steht es uns als Öffentlichkeit wirklich zu, den Freundeskreis von Sportlern zu screenen und zu gucken, was da los ist? Müssen wir von ihnen verlangen, offenzulegen, mit wem sie befreundet sind, was sie denken?’ ...” BerlZtg 7.8.12 S. 6
“Rudern und Zurückrudern / Für Nadja Drygalla war Olympia vorzeitig beendet – wegen ihrer Kontakte in die rechte Szene. War der Umgang mit ihr korrekt?
...Wie viel muss ein Verband über das Privatleben eines Sportlers wissen? Der Verband sollte das wissen, was über das Privatleben hinausgeht und die Öffentlichkeit betreffen kann. Mehr muss der Verband auch nicht wissen – so sieht es Thomas de Maizière. ...” Tsp 7.8.12 S. 2
“Ruderin Drygalla / Wo die Liebe hinfällt [Kommentar]
...Wenn schon der Kontakt zu einer irgendwie belasteten Person in Deutschland ausreicht, um eine Karriere zu beenden, stellt sich die Frage, wo da die Grenze zu ziehen ist. Ein Bruder, der bei den Islamisten mitmacht? ...” Tsp 7.8.12 S. 1
*“SPD will Fragerecht nach britischem Vorbild
Die SPD will mit einer Parlamentsreform erreichen, dass künftig im Bundestag regelmäßig der Regierungschef Rede und Antwort stehen muss. ‘Wir werden gleich nach den nächsten Bundestagswahlen eine neue Initiative ergreifen, den Bundestag attraktiver zu machen’, sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann der ‘Rheinischen Post’. ...” MoPo 7.8.12 S. 4
*“Bahr verlangt Kontrollen
Im Organspende-Skandal hat Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) die Landesärztekammern aufgefordert, Krankenhäuser unangekündigt stichprobenartig zu kontrollieren. ‘Es ist höchste Zeit, die Kontroll- und Sanktionsmechanismen zu verbessern’, ...” SZ 7.8.12 S. 6
*“Der Preis des Kostenlosen / Die Nutzung sozialer Netzwerke ist nur auf den ersten Blick kostenlos. Ein Forschungsprojekt der Technischen Universität Darmstadt hat nun versucht, den ‘Preis des Kostenlosen’ zu untersuchen.
...Auf die Frage ‘Finden Sie es in Ordnung, dass Anbieter wie Facebook, Google oder Apple Geld mit Nutzerdaten verdienen’ antworteten insgesamt fast zwei Drittel der Befragten mit Nein. ...Auch ist bei den Befragten die Furcht davor groß, dass Internet-Anbieter wie Facebook, Google und Apple mit den wachsenden Datenbergen über ihre Nutzer zu mächtig werden könnten: Insgesamt äußerten 90 Prozent Bedenken, dass die Internetunternehmen zu viel Macht durch die Nutzerdaten erhalten könnten. ...” FAZ 7.8.12 S. 12
*LÄNDER
Baden-Württemberg
“Ein Richter unter Verdacht / Dieter Reicherter glaubte sein Leben lang an den Rechtsstaat. Bis er es nach den S21-Protesten selbst mit der Justiz zu tun bekam
...Er ist Zeuge in einem Verfahren wegen Geheimnisverrats. Da er inzwischen als Polizeikritiker bekannt ist, war ihm im Februar von einem Unbekannten ein Geheimpapier des baden-württembergischen Innenministeriums zugespielt worden. ...Zwei Computer haben die Polizisten bei Reicherter mitgenommen, sie wurden ‘gespiegelt’, dann zurückgegeben, aber den Rahmenplan und den Lagebericht habe man nicht gefunden, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft, nur ‘zwei andere Dokumente, die beweiserheblich sind’ für das Verfahren gegen den unbekannten ‘Verräter’. ...” BerlZtg 7.8.12 S. 8
*Nordrhein-Westfalen
“Rücksichtslos fair? / Ein Angeklagter, die Medien und das öffentliche Interesse
...Weinmann [früherer Vorstand der MAN AG] hatte mit Hilfe [der Anwälte] Redeker Sellner Drahs verhindert, dass die Justiz über den wichtigsten Teil der Anklageschrift informiert, obwohl genau der bei Beginn eines Prozesses stets verlesen wird. Weinmanns Anwälte machen geltend, ihr Mandant dürfe weder in seinem von der Verfassung garantierten Persönlichkeitsrecht noch in seiner Unschuldsvermutung verletzt werden. Dem gegenüber steht der journalistische Anspruch auf behördliche Auskunft, der sich aus der Pressefreiheit im Grundgesetz ableitet. ...” SZ 7.8.12 S. 27
*Berlin
“Mehr Sicherheit mit Sperren? / Fahrgastverband fordert hingegen mehr Personal in der U-Bahn
...Auch eine Ausweitung der Videoüberwachung ist nach Wiesekes [Vorsitzender des Fahrgastverbands IGEB] Meinung das falsche Rezept. ‘Damit wäre nicht geholfen. Bei mehr als 300 Bahnhöfen in und um Berlin ist ein direktes Eingreifen etwa bei Gewaltakten ohnehin so gut wie unmöglich.’ Zu mehr Kameras gehöre auch mehr Personal, das die Videoaufnahmen sichte – und das sei nicht vorhanden. ...” ND 7.8.12 S. 11


